Über Mein Gassiweg
Im Hundepark hat mich irgendwann eine Frau gefragt: "Was hast du schon probiert?"
Ich hab angefangen zu reden. Fünfzehn Minuten. Das Geschirr, das angeblich alles besser macht. Die Leckerli, die Luna im Notfall ignoriert, weil gerade ein anderer Hund vorbeiläuft. Die Ausweichrouten durch Kreuzberg, die ich inzwischen besser kenne als alle Direktwege. Die Nacht, in der ich um elf Uhr gegoogelt habe, ob rumänische Rettungshunde ein besonderes Reaktivitätsproblem haben. (Haben sie nicht mehr als andere. Ich hab's trotzdem gelesen.)
Irgendwann dachte ich: Ich habe eigentlich genug erlebt, um darüber zu schreiben.
Also. Hier.
Ich bin Nina, 34, Grafikdesignerin aus Berlin-Kreuzberg. Luna ist seit zweieinhalb Jahren bei mir. Sie kam aus Rumänien, ist ein Traum zu Hause. Schläft auf dem Sofa, folgt mir beim Kaffeekochen wie ein brauner Schatten, bellt kein einziges Mal, wenn meine Nachbarin aus dem ersten Stock klopft. Draußen ist das anders. Die Frau muss jetzt kurz warten, bis wir am Treppenabsatz vorbei sind.
Draußen dreht Luna durch, wenn sie einen Hund sieht. Nicht aggressiv-aggressiv, sagen alle. Aber sie bellt, sie zieht, sie macht mich klein vor den anderen auf der Hasenheide. Ich hab Umwege gemacht. Termine verschoben. Mich geschämt.
Das ist alles ein bisschen besser geworden. Wirklich. Aber wir sind noch nicht fertig.
Dieser Blog ist kein Kursvergleich und kein Trainings-Guide. Ich bin keine Hundetrainerin. Ich bin jemand, der jeden Tag mit einer reaktiven Hündin rausgeht und aufschreibt, was passiert. Die Spaziergänge, die klappen. Die, die nicht klappen. Das Geschirr, das ich teste. Die Entscheidungen, bei denen ich im Nachhinein denke: andere Reaktion wäre besser gewesen.
Falls du auch gerade mittendrin steckst: willkommen.
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