Einsamkeit mit reaktivem Hund: Wenn man sich beim Gassigehen isoliert fühlt

Es regnet. Mal wieder. Ende November in Kreuzberg ist einfach nur grau, und ich stehe mit Luna hinter einem völlig verdreckten weißen Lieferwagen in der Wrangelstraße. Luna vibriert am ganzen Körper. Drei Meter weiter geht eine Gruppe von entspannten Menschen vorbei, ihre Hunde trotten ohne Leine nebenher, sie lachen, sie trinken Kaffee aus Mehrwegbechern. Und ich? Ich halte die Leine so fest, dass meine Knöchel weiß hervortreten – dieser vertraute Adrenalinschub, sobald nur ein Paar Hundeohren um die Ecke biegt. LUNA BITTE. Bleib bei mir.

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Die unsichtbare Mauer aus Leinenaggression

Ich fühle mich in diesen Momenten so unfassbar isoliert. Es ist nicht die Art von Einsamkeit, bei der man niemanden zum Reden hat – ich habe meine Freunde, meine Zoom-Calls, meine Stamm-Bar. Aber beim Gassigehen bin ich in einer Blase. Einer sehr kleinen, sehr angespannten Blase. Während andere sich auf der Hundewiese im Görli treffen, studiere ich die Karte von Kreuzberg wie ein General vor der Schlacht. Wo sind die Sackgassen? Wo ist die Bevölkerungsdichte am geringsten?

In Friedrichshain-Kreuzberg leben etwa 14000 Menschen pro Quadratkilometer. Und gefühlt hat jeder zweite davon einen tiefentspannten Labrador, der „nur mal Hallo sagen“ will. Für mich bedeutet das: Dauerstress. Wenn Freunde fragen: „Wollen wir am Wochenende zusammen eine große Runde drehen?“, muss ich zum zehnten Mal absagen. „Luna schafft das noch nicht.“ Es klingt wie eine Ausrede. Es fühlt sich an wie ein Versagen.

Nahaufnahme von Händen, die eine Hundeleine in einer regnerischen Stadtumgebung fest umschließen.

Allein mit dem Pulverfass: Die Single-Halter-Hölle

Was viele nicht verstehen: Ich mache das hier alles allein. Ich habe keinen Partner, dem ich die Leine in die Hand drücken kann, wenn mir die Tränen kommen. Wenn Luna morgens vor der U-Bahn wieder einen Mops anpöbelt, gibt es niemanden, der sagt: „Komm, Julia, ich übernehme, geh schon mal vor.“ Ich stehe da, mit meinem kalten Hafer-Latte in der einen und einer tobenden 20-Kilo-Hündin in der anderen Hand, und versuche, die Vorwürfe in den Blicken der anderen Halter zu ignorieren.

Letzte Woche saß ich nach so einer Begegnung auf einer nassen Parkbank und habe einfach nur geheult. Eine Frau mit einem perfekt hörenden Labradoodle kam vorbei und hielt mir einen Vortrag über „Dominanz“ und dass ich Luna einfach mal zeigen müsste, wer der Chef ist. Umgang mit ungefragten Ratschlägen ist eine Kunst, die ich noch nicht beherrsche. Ich habe nur genickt, während mein Kaffee langsam kälter wurde als die Stimmung im Kiez.

Zuhause angekommen, sehe ich dann die Reste meines ersten Versuchs, Luna zu beruhigen. In allen vier Ecken meines Parketts kleben noch diese klebrigen, grauen Rückstände von Panzertape. Da hatte ich anfangs Lunas Rücksack-Kissen festgeklebt, weil sie bei jedem Geräusch im Treppenhaus durch die Wohnung geschossen ist. Die Flecken gehen nicht weg. Genau wie das Gefühl, dass meine Nachbarn mich für eine unfähige Tierquälerin halten, weil sie Luna nur hören, wenn sie im Flur „Stranger Danger“ brüllt.

Warum Instagram-Lösungen mich aggressiv machen

Ich scrolle abends oft durch Instagram und sehe diese „Leinenführig in 3 Tagen“-Videos. Ganz ehrlich? Das ist Bullshit. Für uns ist jeder Meter ohne Explosion ein Sieg. Ich habe irgendwann angefangen, gezielter nach Hilfe zu suchen, die zu meinem chaotischen Freelance-Leben passt. Ich brauche keine Theorie über Wolfsrudel, ich brauche praktische Übungen für den Kotti.

Ein Kurs, der mir wirklich geholfen hat, den Kopf über Wasser zu halten, ist Leinenführig in 30 Minuten [Lunas Favorit]. Die Videos sind kurz genug für die Zeit zwischen zwei Zoom-Calls und die Übungen lassen sich super in den Berliner Alltag einbauen. Es ist kein Wunderheilmittel – Luna ist immer noch Luna –, aber es gibt mir eine Struktur, wenn ich mich mal wieder völlig überfordert fühle. Ich hab sogar gesehen, dass der Kurs super Bewertungen hat (4.4 Sterne im Schnitt), was mich als Skeptikerin erst mal beruhigt hat. Wenn du eher der Typ bist, der erst mal alles verstehen will, bevor er loslegt, ist das Leinentraining [2026 neu] vielleicht eher was für dich, das ist sehr ruhig aufgebaut.

Klebrige Klebebandreste auf einem Parkettboden in einer Berliner Altbauwohnung.

Kleine Siege in der sozialen Isolation

Manchmal, an einem grauen Morgen im März, gibt es diesen einen Moment. Wir biegen um die Ecke, ein anderer Hund taucht auf, Luna starrt – und dann schaut sie mich an. Nur für eine Sekunde. Hund orientiert sich an mir, das ist das Ziel. In diesem Moment ist die Einsamkeit weg. Es ist nur wir zwei gegen den Rest von Kreuzberg.

Ich habe gelernt, dass unsere „Blase“ okay ist. Wir müssen nicht mit der Meute in der Hasenheide rennen. Wir machen unser Ding. Ich habe mir eine eigene Karte im Kopf erstellt: Die „Safe Zones“, wo man weiträumig ausweichen kann, und die „No-Go-Areas“ zu Stoßzeiten. Leinentraining im urbanen Umfeld findet bei uns oft auf leeren Parkplätzen statt, statt im überfüllten Park. Und das ist völlig in Ordnung.

Wenn du dich auch gerade so fühlst, als wärst du der einzige Mensch in der Stadt mit einem „Problemhund“: Du bist es nicht. Wir verstecken uns nur alle hinter verschiedenen Lieferwagen. Vielleicht sehen wir uns mal – ich bin die mit dem vielen Kaffee und der Hündin, die heute Morgen immerhin den Mops an der U-Bahn *fast* ignoriert hat.

Falls du gerade erst anfängst und dein Budget als Freelancer knapp ist, schau dir mal Das Leinenführigkeitstraining [Budget-Einstieg] an. Da gibt es sogar Ratenzahlung, was mir in manchen Monaten echt den Arsch gerettet hat. Es ist ein langer Weg, aber jede Woche wird es ein kleines bisschen besser. Versprochen.

Wie geht es dir heute? Bist du auch im Team „Hinter-dem-Bus-Verstecken“? Schreib mir mal, ich brauche das Gefühl, hier nicht allein zu sein.